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| 10 Tipps für den Steinmetzzeichen-Sucher |
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1. Richtige Ausrüstung
Papier, Bleistift und Radiergummi gehören zur Grundausstattung. Ein kleines A6 Heft, kariert. Da Steinmetzzeichen in geometrische Strukturen eingepasst sind, fällt es so viel leichter, die erkannten Zeichen auf Papier zu übertragen. Und so klein, da das Heft oft schnell in eine Tasche muss. Dazu brauchen Sie mindestens ein Fernglas. Ich habe zwei, eines für weite Entfernungen wie Gewölbe, Türme und Fenstermaßwerk und eines, das auch einen scharfen Blick in wenige Meter entfernte Fensterlaibungen erlaubt. Dazu einen Zollstock, um das Zeichen zu vermessen und den Fotoapparat, um nach Möglichkeit Zeichen zu fotografieren. Nicht so wichtig, aber hilfreich ist ein Infrarot-Messgerät, um Längen und Höhen ausmessen zu können. Meine Jacken haben viele Taschen, unschätzbar wertvoller Stauraum.
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2. Nicht am Ende der Welt drauflos suchen
Definieren Sie Ihr Ziel. Wenn Sie die Unterlagen für Ihre regionale Forschung nutzen wollen, dann suchen Sie in der Region. Beginnen Sie an einem Punkt und ziehen Sie von dort Ihre Kreise immer weiter. Wenn Sie einen Radius von 50 km erreicht haben, bedeutet das bei unserer Kirchendichte, dass Sie vermutlich ca. 50 mittelalterliche Kirchen in verschiedenen Größen untersucht haben. Nur wenige Forscher haben europäischen Anspruch. Meines Wissens ist dem noch keiner annähernd gerecht geworden.
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3. Vorher Öffnungszeiten klären
Auch Kirchen, die außen verputzt sind und kaum Informationen versprechen, sind innen oft voller Überraschungen. Die Zeiten, in denen Kirchen jederzeit offen waren, sind lange vorbei. Deshalb empfiehlt es sich, besonders bei längeren Anfahrtswegen, vorher im Gemeindeamt anzurufen. Im Allgemeinen ist man dort sehr hilfsbereit. Wenn man am anderen Ende etwas hilflos reagiert, am besten nach dem Küster fragen. Bei der Gelegenheit können Sie sich auch schon mal nach bereits vorhandenen Aufzeichnungen erkundigen.
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4. Kirchenführer kaufen
In vielen Kirchen kann man Kirchenführer erwerben, in denen neben sehr oft der Grundriss der Kirche abgebildet ist. Für Ihre Dokumentation sind diese Broschüren von besonderem Nutzen. Auf dem Blatt mit dem Grundriss können Sie sich Notizen machen, die den Übertrag der gefundenen Steinmetzzeichen in Ihr Archiv sehr vereinfachen. Nummerieren Sie darauf die Säulen, Strebepfeiler und Fenster, an denen Sie fündig wurden einfach durch. In Ihrem Notizblock steht dann zur Ortsbestimmung nicht: dritter Strebepfeiler von Ost, Nordseite, sondern vielleicht nur eine 4. Und diese Stelle finden Sie zu Hause auch wieder.
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5. Genaue Position beschreiben
Hier sind wir an einem wichtigen Punkt. Viele Kirchen sind aufgrund fehlender Unterlagen unsicher datiert, verschiedene Bauphasen umstritten. Steinmetzzeichen können manchmal Bauteile datieren helfen, aber eben nur, wenn bekannt ist, wo sich das Steinmetzzeichen befindet. Deshalb gehört die Bezeichnung der Fundstelle, die Größe und Anzahl der Zeichen und eventuelle Besonderheiten unbedingt zu den Standartinformationen, die dokumentiert werden sollten.
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6. Fotografieren zur Kontrolle
Wenn es möglich ist, sollte jedes Zeichen fotografiert werden. Manchmal wird erst beim Umzeichnen in die Dokumentation klar, dass das eine oder andere Merkmal unsicher ist, nicht mehr deutlich zu erkennen war. Auch Vergleiche mit anderen Zeichen, die schon vor längerer Zeit gefunden wurden, sind so leichter zu ziehen. In meinem Archiv hat jede untersuchte Kirche einen Ordner mit Außen- und Innenaufnahmen, so dass später auch stilistische Überprüfungen möglich sind. Übrigens, das nächste gezeigte Zeichen ist mit diesem identisch. Allerdings erst auf den 2. Blick.
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7. Kritisch sein: auf undeutliche Zeichen verzichten
Obwohl der Stein gesäubert wurde, klebt in Teilen des Zeichens jede Menge Farbe, die wahre Form ist nicht zu erkennen. Deshalb: nur sichere Zeichen dokumentieren. Vermutlich hat die Sammelwut so manches Archiv aufgebläht und nicht existente Zeichen hinterlassen. So schade es für die Statistik ist, undeutliche und nur teilweise erhaltene Steinmetzzeichen haben in einem Archiv nichts zu suchen. Deshalb ist es auch immer sehr gut, wenn sich von einem Zeichen mehrere an einem Bau befinden.
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8. Struktur der Dokumentation überlegen
Überlegen Sie sich die Struktur Ihres Archivs bevor Sie damit beginnen. Schließlich wollen Sie Zeichen wieder finden und zuordnen können. Die Archivierung erfolgt nach bestimmten Eigenschaften der Zeichen: Wie viel Endpunkte, Anzahl der Geraden, der Kreuzungspunkte, wie viel geschlossene Bereiche, gibt es Rundungen? Stellen Sie sich vor, Sie müssten am Telefon ein Zeichen erklären. Mit Oben und Unten kommen Sie hier nicht weit, das gibt es nämlich oft nicht.
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9. Nicht alles ist ein Steinmetzzeichen
Versatzzeichen und Baumarkierungen sind noch die kleinsten Fallen. Allerdings sind gerade viele Heimatforscher auf sie hereingefallen. In Stift Quernheim sank die Zahl der tatsächlichen Steinmetzzeichen nach einer Überprüfung um 60 %. Hier hatte man alles mitgezählt, was nur greifbar war. So werden in den Kirchenführern teilweise nicht nur fantastische Zahlen publiziert, auch der Steinmetz, mit dem Kreuz als Zeichen, hat in jeder Kirche der Region gearbeitet. Was für ein toller Kerl, wenn es ihn gegeben hätte. Dazu kommen Kompanien von Narrenhände-beschmieren-Tisch-und-Wände-Typen. Mancher versah seine Kritzelei zu allem Unglück noch mit der Jahreszahl. So kam im Herforder Stadtführer-Heftchen der Autor, durch eine einfache Rechnung, auf die fantastische Zahl von angeblich 30 Arbeitsjahren für eine Auftragsarbeit- einen Reliquienaltar. Von was der Steinmetz wohl gelebt hat? Glücklicherweise wurde in dem Heft nicht noch jeder der Kritzler zum Steinmetz gemacht. Dann hätten etwa 15 Steinmetze 30 Jahre an dem Altar gearbeitet.
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10. Informationen austauschen
Geben Sie Ihre Informationen weiter. Nur auf diese Weise ist es möglich, Informationen zu vernetzen. Nach einem Bericht im Fernsehen bekam ich eine ganze Reihe Archive zugeschickt. Informationen, die zum größten Teil zeitintensiv in den 80er Jahren gesammelt wurden. Damals hatte man die Aufzeichnungen oft eifersüchtig geheim gehalten. Heute erkennen die mittlerweile betagten Hobbyforscher die große Gefahr, dass Ihre Sammlung irgendwann einfach in die Tonne fliegt. Die eigenen Nachkommen haben kein Interesse an dem seltsamen Hobby, mit dem der Vater, zum Ärger der Mutter, so manches Wochenende verbrachte.
Nur, wohin mit den Steinmetzzeichen aus den verschiedensten Ecken?
Wenn Sie Interesse an weiteren Informationen haben, dann klicken Sie auf die Website www.steinmetzzeichen.de.
Dort bekommen Sie weitere Informationen. Herr Hofmann wird sich freuen.
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