| Herforder Mergelkuhle |
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2006 und 2007 kamen beim Bau der Bundesstraße 239 einige wunderbare Versteinerungen ans Tageslicht.
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Rasch fanden sich begeisterte Sammler ein. Experten waren jedoch nicht überrascht, schon lange wurden in der Mulde des Unteren Jura (Lias) interessante Fossilien gefunden.
Auch die Tagespresse berichtete über die Fundstelle, die mittlerweile nicht mehr zugängig ist.
Wer sich für diese Fundstelle und Funde interessiert, wird am besten durch den Bielefelder Sönke Simonsen auf der Internetseite von Steinkern.de informiert. Überhaupt ist diese Seite echt gelungen, Kompliment.
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Mergelkuhlen sind den meisten Herfordern gut bekannt, besonders auf dem Stuckenberg sind sie noch zu finden. Der Name der Familie Steinmeyer ist bekannt vom Restaurant Steinmeyer und kommt mit Sicherheit aus der direkten Beziehung zu einem der Brüche, vielleicht auch zu mehreren. Schließlich liegt nicht nur unmittelbar hinter der Gaststätte ein alter Mergelbruch, auf dem ganzen dahinter liegenden Berg wurde über viele Jahrhunderte hinweg Steine gebrochen.
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Seit langer Zeit wurde hier in großen und kleinen Brüchen Mergel für Ziegeleien abgebaut. Auch als Dünger wurde er über lange Zeit auf Felder aufgebracht.
Da das Mergeln fälschlicherweise einer Bodendüngung gleichgesetzt wurde, in der Wirklichkeit aber außer Kalk keine Bodennährstoffe (Phosphate, Nitrate) brachte, wurden beim Ausbleiben anderer Düngergaben die Felder bald unfruchtbar und ausgelaugt. Der Boden wurde daher als ausgemergelt bezeichnet - was dann auch übertragen als "abgemagert", "kraftlos" oder "verbraucht" in unseren allgemeinen Sprachgebrauch übernommen wurde.
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In der Diebrocker Mergelkuhle sind noch Funde von Fossilien, insbesondere von Ammonshörnern möglich. Allerdings wird die Grube bereits verfüllt, bald ist auch hier keine Suche mehr möglich.
Der Bünder Hobbygeologe Dr. Rainer Ebel hat diesen Aufschluss bestens untersucht und darüber mehrfach publiziert.
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30 Jahre Tonabbau in Herford-Diebrock
Rainer Ebel
Zwischen Herford, Enger, Neuenkirchen und Bielefeld befinden sich ausgedehnte und vielfach genutzte Tonvorkommen aus der Zeit des Lias, einer erdgeschichtlichen Epoche, die 180 bis 200 Millionen Jahre zurückliegt. Die Tone mit einer Mächtigkeit von etwa 300 Metern stellen Ablagerungen des Jura-Meeres dar. Sie enthalten wichtige Dokumente aus der marinen Tierwelt dieser Zeit.
Die Liaszone wurde schon im vorletzten Jahrhundert im kleinen Stil zu Ziegeleizwecken abgebaut. Mit der aufkommenden Baukonjunktur Ende des 19. Jahrhunderts nahm der Bedarf an Dach- und anderen Ziegelarten stark zu. Um die vorletzte Jahrhundertwende zählte man zwischen Bielefeld, Herford und Minden mehr als 100 Ziegeleien.
Durch größere Ansprüche an die Qualität der Ziegel haben sich heutzutage nur noch wenige Ziegeleien behaupten können. Die Tonschiefervorkommen unserer Region sind allerdings noch längst nicht ausgeschöpft. Beidseits des Schnatweges erfolgte in zwei großen Gruben der Tonabbau bis etwa 1992. Seither hat sich der Tonabbau etwas nach Norden verlagert.
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Die an der Hausheider Straße gepachtete Grube besteht nun schon mehr als 15 Jahre. Ein Ende des Abbaus naht und die Verfüllung mit Bauschutt und anderem Material ist voll im Gange. Die Gelegenheit zum Fossiliensammeln besteht nur noch für kurze Zeit.
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Für Experten und Amateure ist der Aufschluss gleichermaßen interessant. Im Rahmen der 4. Geologen Tagung führte der Weg im Jahr 2000 Geologen aus ganz Deutschland in die Hausheider Straße.
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Wichtig ist bei der Suche nach Versteinerungen die fachkundige Begleitung, Sonst sind die Chancen auf Funde in dem unübersichtlichen Gelände eher gering. Unter der Leitung von Dr. Ebel wurden jedoch auch die jungen Forscher fündig.
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Bei strahlendem Sonnenschein auf den richtigen Weg gebracht, fand auch diese kleine Gruppe bald die ersten Versteinerungen.
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In äußerlich eher unscheinbaren Kügelchen von maximal 40 mm Durchmesser werden die Reste der Promicroceras planicosta umschlossen.
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Schlägt man diese vorsichtig auf, entdeckt man die ca. 170 Millionen Jahre alten Fossilien.
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Funde aus der Sammlung von Dr. Eber. Ein Seestern.
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Promicroceras planicosta
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Belemnitenschlachtfeld
Heute wird die Grube immer weiter verfüllt, bald ist über diesen Aufschluss Gras gewachsen. Die Paläontologen warten gespannt auf die nächste Gelegenheit, mit ihren Hämmerchen in die Vergangenheit der Herforder Liasmulde zu reisen.
Steinbrüche, Tongruben, Baustellen und viele andere Aufschlüsse sind meist Privatbesitz, betreten Sie diese niemals ohne Zustimmung oder Duldung! Sie machen sich sonst strafbar oder gefährden den Zugang für Sammler, die zutrittsberechtigt sind.
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