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| Weddigen-Heldenbilder |
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Noch immer wird der "Fall Weddigen" kontrovers diskutiert. Selbstverständlich ist es problematisch, Weddigen als Kriegsheld zu bezeichnen. Viele Kritiker machen es sich jedoch zu einfach, wenn sie mit unseren heutigen Einsichten und Erkenntnissen über den damals herrschenden Zeitgeist Menschen bewerten.
Wer sollte 1914 ahnen, dass man auf den ersten Materialkrieg der Weltgeschichte zusteuerte, der mit mörderischer Brutalität Europa überziehen wird? Wer konnte wissen, dass ein unfähiger Kaiser mit seinen überheblichen Generälen, unterstützt von gierigen Kapitalisten, Deutschland geradewegs in den Abgrund führte?
Wie Weddigen auch nach seinem Tod für die Propaganda im Deutschen Reich benutzt wurde, soll hier gezeigt werden. |
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| Seit dem 1. August 1914 befand sich Deutschland im Krieg, der auch ein Propagandakrieg war. Menschen zogen aus, ihre Heimat zu beschützen. Einer davon war Otto Weddigen. An dieser Stelle wird die Geschichte des Seehelden Otto Weddigen ausschließlich aus der Sicht der Ansichtkarte betrachtet. |
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Als Kommandant des U-Bootes U9 versenkte Kapitänleutnant Otto Weddigen am 22. September 1914 drei englische Panzerkreuzer. Der hoch dekorierte Seeheld wurde in seiner Heimatstadt Ehrenbürger. Ein halbes Jahr später, am 18. März 1915, wurde er mit seinem neuen U-Boot U29 versenkt.
Das Haus, in dem Weddigen am 15. September 1882 geboren wurde, avancierte schnell zu einem der beliebtesten Herford Motive während des 1. Weltkrieges. |
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Nachdem der erste Einsatz von U9 gründlich daneben ging, nutzte Weddigen die Zeit um zu heiraten. Monate später wurde dieses Hochzeitsfoto für Ansichtskarten benutzt.
Nach dem 4. Abschuss eines Panzerkreuzers wurde Weddigen vom Kaiser Wilhelm II. persönlich der Pour le mérite, der höchste preußische Orden verliehen. Die Orden wurden später in des Bild hinein retuschiert. |
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| Das Originalbild dieser Ansichtskarte hing bis 1947 im Herforder Rathaus. Danach wurde es durch Ratsbeschluss entfernt. Es befindet sich heute im Fundus des Herforder Museums. |
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| Weddigen als Kapitänleutnant auf U9. Montagen vermittelten die besondere Beziehung zwischen Kapitän und Schiff. Nach der erfolgreichen Torpedierung zeichneten und malten Amateure und Künstler, was der Pinsel hergab. Hier einer der Propagandablicke des U-Boot Angriffs auf die drei englischen Panzerkreuzer. |
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| Die "Illustrierte Zeitung Leipzig" beschrieb in einem Leitartikel die triumphale Rückkehr von U9 nach dem Einsatz. Vermutlich haben sich viele junge Männer beim Anblick solcher Bilder freiwillig zur Marine gemeldet. |
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| Das erste Mannschaftsfoto. Möglicherweise wurde es bereits vor dem Einsatz aufgenommen, da kein Soldat eine Auszeichnung trägt. Auf späteren Karten sind diese dann zu sehen. |
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| Am 26. März 1915 wurde Weddigen mit der U29 versenkt. Das Thema der Ansichtskarten wandelte sich sofort zum Nachruf. |
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| Deutsche Helden sterben nicht so einfach. Romantisch wird der Tod beschrieben. Das Elend der verreckenden Mannschaften wurde poetisch zum Heldentum verklärt. |
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| Das Versenken des Passagierdampfers Lusitania am 7. Mai 1915, wurde auf dieser Ansichtskarte mit der Vergeltung für Weddigens Tod begründet. |
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Nach der Kapitulation im November 1918 brach die patriotische Heldenverehrung für Weddigen weg. Erst später, nachdem 1935 die 1. U-Flottille nach Weddigen benannt wurde, taucht auch sein Name auf Ansichtskarten wieder auf.
Nach 1945 wurde Weddigen weitgehend vergessen. |
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