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| Herforder Fürstabtei |
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Die Erhaltung eines der schönsten Gebäude in der Herforder Innenstadt verdanken wir dem Engagement eines hoch motivierten Herforders, dem späteren Ehrenbürger der Stadt Herford Heinrich Wemhöner.
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Wann der Fachwerkbau über einen erheblich älteren Keller errichtet wurde, ist nicht genau bekannt. Wie eine dendrochronologische Untersuchung ergab, ist vermutlich von einer Erbauungszeit um 1735 auszugehen. Der einfache, traufenständige Bau wurde auf einen Bruchsteinsockel gesetzt. Zweckmäßig, fast schmucklos.
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Auf der Ostseite gibt es eine Durchfahrt zu dem auf der Rückseite gelegenen Grundstück. Hier standen einige Wirtschaftsgebäude, die ebenfalls zum Besitz gehörten. Erbaut wurde das Fachwerkhaus als Verwaltungsgebäude auf der Freiheit der Reichsabtei Herford. Da es als Kirchengebäude nicht von den städtischen Steuerlisten erfasst wurde, lässt sich seine Geschichte in die Zeit vor der Säkularisation schlecht zurückverfolgen. 1832 wurde das ehemalige Abteibeamtenhaus als Landratsamt angemietet, das es große Teile des 19. Jahrhundert beherbergte.
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Nach dem Neubau des Kreishauses wurden die landrätlichen Besitzungen in der Elisabethstraße entbehrlich. 1899 stimmten die Stadtverordneten dem Ankauf des Gebäudes für 35.000 Mark zu.
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Es wurden Verwaltungsbureaus eingerichtet. Der Sitzungssaal, der auch für Feierstunden genutzt wurde, befand sich im Bereich des heutigen Fürstinnensaales im Erdgeschoß. Nach dem Bezug des neuen Rathauses 1917 wurde das Haus in den nächsten Jahrzehnten als städtische Gewerbeschule, Post, Fuhrpark, Volksbücherei, als Jugendherberge und Bürogebäude genutzt.
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Im Winter 1917/18 wurde wegen Kohlemangel der Unterricht in der benachbarten Landwirtschaftsschule eingestellt. Lediglich die 2 Abschlussklassen wurden im alten Rathaus in der Elisabethstraße unterrichtet. 1929 zwang die Raumnot im Gebäude am Münsterkirchplatz 1, noch einmal 3 Klassen hier zu unterrichten. Auch nach dem 2. Weltkrieg wurde mehrmals hierher ausgewichen.
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Dazwischen wurde das Gebäude über Jahre als Jugendherberge genutzt. Nach dem Krieg vergammelte das Haus immer mehr. Als die Stadt es nicht mehr halten wollte, wurde es für eine Mark plus Grundstückspreis angeboten. Vorraussetzung für den Erwerb des denkmalgeschützten Gebäudes war allerdings ein Nutzungskonzept. Für das Gebäude gab es zwei Bewerber. Während einer von ihnen hier Büroräume schaffen wollte, verwirklichte sich der andere Interessent einen Traum. Heinrich Wemhöner baute sein Geschichtshotel.
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Das zweigeschossige Fachwerkhaus wurde vollkommen entkernt, die Gefache ausgeräumt. Über dem Keller war vom Vorgänger des jetzigen Fachwerkhauses nur sehr wenig erhalten. Trotz seiner wechselvollen Geschichte wurde der Bau von 1735 bis 1996 kaum verändert.
Für den Umbau zum Hotel musste die Treppe verändert werden, deren ungenormte Tritthöhe so manchen Sturz verursacht hätte. Der Stil wurde jedoch beibehalten, in der zweiten Etage ist das Geländer des Barock noch im Original erhalten.
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Der mittelalterliche Keller ist mittlerweile ein eindrucksvoller Aufenthaltsraum. Dieser Bereich atmet Geschichte. Schachtfenster zeugen noch von seiner früheren Nutzung. Konsolsteine an den Langseiten des Kellers deuten auf Streichbalken hin, welche die Balken für eine Decke trugen. Besonders interessant sind die Kellerfenster. Mittelweile von außen verbaut, kann man innen die alten handgeschmiedeten Gitter bestaunen.
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Im April 1999 wurde nach 3 jähriger Restaurierungszeit hier mit dem "Hotel zur Fürstabtei" das erste Geschichtshotel Deutschlands eröffnet.
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Jahrelang hatte die Bevölkerung auf diesen Tag gewartet, die Neugier war riesengroß und so zogen Scharen begeisterter Besucher am Tag der offenen Tür durch die Räume. Noch im gleichen Jahr wurde der Bauherr Heinrich Wemhöner für sein herausragendes Engagement mit der Pöppelmann-Medaille ausgezeichnet.
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Seit Bestehen des "Hotel zur Fürstabtei" haben sich unzählige Gäste vom Charme des Hauses verzaubern lassen.
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