| Historische Ansichten von Herford |
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Mathias Polster
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Die ältesten Abbildungen Herfords sind gerade 400 Jahre alt, das scheint bei einer 1200 Jahre alten Geschichte nicht viel. Vorher war es jedoch nicht üblich profane Ansichten von Siedlungen zu schaffen. Die Verbesserung der Druckmöglichkeiten sorgt schließlich im 17. Jahrhundert für einen ersten Boom der Topographien.
Ein kurzer Überblick über die historischen Ansichten Herfords zeigt, wie sich die Stadt in den letzten Jahrhunderten entwickelt hat. |
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Flurkarte aus dem 17. Jahrhundert, Unbekannt, Blick von Norden
Ausschnitt aus einer größeren Karte. Links das Bergertor. Sehr gut ist die Mehrtoranlage zu erkennen. Ganz rechts der Austritt der Aa aus der Stadtmauer. Heute befindet sich hier die neue Sprungschanze am Schulwall.
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1600, Meister Simon, Ansicht von Südwesten
Diese Karte wurde anlässlich eines Grenzstreites zwischen der Grafschaft Ravensberg, der Grafschaft Lippe und der Stadt Herford gefertigt. Die drei eigenständigen Territorien stießen im heutigen Stadtwald aufeinander. In dem Bereich war die Landwehr besonders stark ausgebaut. Der Turm in der Mitte gehört vermutlich zur Warte am Lockhauser Baum. |
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1632 Georg Faber, "Reise- und Skizzenbuch eines Arztes aus dem Dreißigjährigem Kriege"
Zeichnung aus einem Skizzenbuch. Es ist die älteste Abbildung der Stadt. Allerdings auch umstritten. Sollte es sich tatsächlich um Herford handeln, kann das Stadttor im Vordergrund nur das Renntor sein. Bis auf die Beschriftung deutet nichts sicher auf Herford hin. Möglicherweise wurde das Blatt erst viel später und dann falsch beschriftet. |
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Um 1634, Vorlage Wenzel Hollar, Stich Matthaeus Merian d. Ae
Ansicht von Nordwesten
Die bekannteste Abbildung Herfords. Erstmals veröffentlicht in "De Rebus publicis Hanseaticis", Frankfurt 1641. 1647 wird der Stich in Merians "Topographia Westphaliae" veröffentlich, daher die oft falsche Datierung. Die Vorlage wurde mit Sicherheit vor dem Stadtbrand 1638 angefertigt. Einige Indizien verweisen in das Jahr 1634. Das spätmittelalterliche Stadtbild, mit seiner festen Mauer und den vielen Türmen ist noch immer schwer beeindruckend. 150 Jahre später ist davon nicht mehr erhalten. Der Rest der Stadtmauer hat heute eine Länge von 20 Meter. |
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Um 1680, Unbekannt, Herford von Norden
Das Ölbild zeigt aus einer überhöhten Perspektive die Ansicht von Norden. Im Vordergrund der Lübberbruch. Links unten das an der Mindener Straße gelegene und 1809 abgebrochene Siechenhaus, darüber der Stiftberg. Von der Minderer Straße führt die heutige Werrestraße zur Wehmühle. Diese lag etwas unterhalb der heutigen Hansabrücke. |
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1686, Initialen J.H.M., Herford von Norden
Die Vorlage für den Stich lieferte das Ölgemälde von 1680. Der Kupferstich wurde im Auftrag des Herforder Buchbinders Rudolph Henrich Giessenbier herausgeben. Der Stich ist geschönt und mit vielen Details versehen, die es so sicher nicht gegeben hat. Trotzdem wird er 1765 erstmals nach gestochen und in Bernhard Phillipp Brands "Kurze Beschreibung des denkwürdigen Kupferstichs von der Stadt Herford in Westfalen" ausgiebig erklärt. Schon damals galt der Stich jedoch nicht als besonders originalgetreu. Einige Jahre wird er noch einmal "abgekupfert". |
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Um 1820, Unbekannt, Herford und Stiftberg von Norden
Das Aquarell zeigt die Sicht über den Lübberbruch zur Stadt. Abgesehen von der Marienkirche, verzichtete der Künstler auf dem Stiftberg auf jede Bebauung. Vermutlich der besseren Übersicht wegen. Ganz rechts die Jakobikirche. Auch wenn das Bild naiv wirkt, vermittelt es doch einen schönen Eindruck. |
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1833, Burgheim, Herford von Südwest
Der Stahlstich wurde im Briefkopf des Architekten Burgheim verwendet. Im Vordergrund läuft die Bielefelder Straße auf die Stadt zu. Auf dem romantischen Bild ist rechts die Aa zu sehen, die sich in großen Schwüngen der Stadt nähert. Am Ufer sitzt ein Angler. Der große Kirchturm in der Mitte gehört zur Johanniskirche. Weiter rechts der 1850 abgebrochene Turm der Marktkirche. |
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Um 1850, Unbekannt, Herford von Südwesten
Blick über die Radewiger Feldmark. Rechts die Bielefelder Straße. Beeindruckend ist vor allem die Schiefstellung der Neustädter Kirchturmes, für den Herford damals bekannt war. Kurze Zeit später, 1855, wird die Turmhaube der Münsterkirche abgetragen. Unscheinbar im Hintergrund, rechts neben dem Turm der Marktkirche der Stiftberg mit der Marienkirche. |
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Um 1856, Friedrich Gottlob Müller, Blick vom Langenberg zum Stiftberg
Dem 1816 in Roda (Stadtroda) geborenen Zeichner, Lithograph, Portrait- u. Landschafts-maler Friedrich Gottlob Müller verdanken wir eine Reihe wichtiger Abbildungen, die einige Bereiche von Herford Mitte des 19. Jahrhunderts dokumentieren. Um 1858 entstand aus 11 verschiedenen Ansichten eine große Lithographie. Zu den Zeichnungen gehört auch dieser Blick auf den Stuckenberg. Die Marienkirche trägt noch den alten Turmhelm, der erst Anfang des 20. Jahrhundert abgebrochen wurde. 1905 wurde der heutige Turm eingeweiht. |
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Um 1858, Friedrich Gottlob Müller, Herford von Südwesten
Die Zeichnung Müllers zeigt einen wunderbaren Blick über die Radewiger Feldmark. Im Hintergrund der Stuckenberg. Die Bielefelder Straße im Vordergrund führt durch die Bahnbrücke in die Stadt. Wenn man genau hinschaut, kann man die Eisenbahn mit 14 (!) Waggons erkennen. Die Zeichnung wurde offenbar extra für ein Sammelbild angefertigt, in der 11 Abbildungen zusammengefasst wurden. |
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Um 1880, Wilhelm Schuch, Herford von Westen
Der Stahlstich zeigt das Steintor in der Radewig. Von diesem Bild gibt es noch zwei weitere Varianten, die jedoch alle auf eine gemeinsame Vorlage zurückgehen. Siehe dazu den Stadtschreiber: "Das Herforder Steintor". |
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Um 1880, Hubert Clerget, Herford von Westen
Dieser, für ein französisches Buch hergestellter Holzstich, zeigt nur grob die wirkliche Ansicht auf die Stadt. Für eine bessere Übersicht hat der Künstler mehrere Gebäude weggelassen, in typisches Stadtbild entsteht nicht. Der Druck wird oft vollkommen überteuert im Handel angeboten. Diese Bilder sind alle aus dem Buch geschnitten, auf der Rückseite befindet sich noch Text. Es gibt eine ganze Reihe dieser Bücherfledderer, der Blitz soll sie treffen! |
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